Kurze Einführung: Das Skanholz Carport 3×3 mit Ziegeldach – was steckt dahinter?
Das Skanholz Carport 3×3 ist ein kompakter Unterstand für ein Fahrzeug, der mit seiner Grundfläche von knapp 9 m² besonders für schmale Grundstücke oder als Ergänzung zur Garage geeignet ist. Bei der Dachdeckung steht die Frage nach der richtigen Eindeckung im Vordergrund – hier bietet Skanholz standardmäßig eine Bitumen-Dachpappe an, doch viele Besitzer denken über ein klassisches Ziegeldach nach. In diesem Artikel zeigen wir, ob eine Ziegeldach-Eindeckung beim Skanholz Carport 3×3 praktikabel ist, welche Alternativen es gibt und worauf Sie bei der Wahl achten müssen.
Ist beim Skanholz Carport 3×3 eine Ziegeldach-Eindeckung überhaupt möglich?
Grundsätzlich ist das Carport von Skanholz für eine Ziegeldach-Eindeckung nicht konstruiert. Die Standard-Dachplatten bestehen aus 19 mm starkem, druckimprägniertem Kiefernholz, die mit einer Bitumen-Dachpappe (Dachbelag) gedeckt werden. Die statische Berechnung des Carports geht von einer Schneelast von bis zu 1,25 kN/m² (etwa 125 kg/m²) aus, was für die meisten deutschen Regionen ausreicht – siehe auch unser Artikel Skanholz Carport 3×3: Schneelast und Stabilität im Winter.
Ein Ziegeldach würde zusätzliches Gewicht von rund 50 bis 80 kg pro Quadratmeter bedeuten (je nach Ziegelart und Unterkonstruktion). Das übersteigt die Tragfähigkeit der einfachen Dachlatten massiv – ein Statiker müsste hier nachrechnen, ob eine Verstärkung der Dachkonstruktion möglich ist. In den meisten Fällen ist die Antwort klar: Nein, ohne massive bauliche Veränderungen (Verstärkung der Pfetten, dickere Sparren) ist ein Ziegeldach nicht zu empfehlen.
Praktikabel ist eine Eindeckung mit Dachpfannen oder Betonziegeln nur, wenn Sie das Carport als reine Holzkonstruktion selbst aufbauen und die Dachlast eigenständig berechnen. Skanholz selbst bietet kein Ziegeldach als Option an – weder im Bausatz noch als Nachrüstpaket.

Welche Alternativen zur Ziegeldach-Eindeckung bietet das Skanholz Carport 3×3?
Wenn Sie auf ein traditionelles Ziegeldach verzichten müssen, stehen Ihnen mehrere praktikable Alternativen offen:
1. Bitumen-Dachpappe (Werksstandard)
Die mitgelieferte Bitumen-Dachpappe ist die günstigste und einfachste Lösung. Sie wird mit Stiften auf den Dachplatten befestigt und mit Bitumenkleber abgedichtet. Die Lebensdauer liegt bei etwa 12 bis 15 Jahren, danach muss die Pappe ausgetauscht werden. Kosten: ca. 30–50 € für das Set.
2. Dachschindeln aus Bitumen
Hierbei handelt es sich um selbstklebende Bitumen-Schindeln, die optisch an Dachziegel erinnern, aber deutlich leichter sind (ca. 10–15 kg/m²). Sie werden direkt auf die vorhandenen Dachplatten aufgebracht. Vorteil: Sie sehen hochwertiger aus als einfache Pappe und halten etwa 20 Jahre. Kosten: rund 4–6 € pro m².
3. Wellfaserzementplatten (Eternit-ähnlich)
Leichte, witterungsbeständige Platten aus Faserzement (asbestfrei) mit einer Profiloptik, die an Ziegel erinnert. Gewicht: ca. 16 kg/m² – das stayingt innerhalb der zulässigen Dachlast. Montage: Auf Schrauben auf die vorhandenen Dachlatten. Kosten: etwa 12–18 € pro m².
4. Polycarbonat-Stegplatten
Sehr leicht (ca. 3–5 kg/m²) und lichtdurchlässig – ideal, wenn Sie das Carport als überdachten Stellplatz mit Tageslicht nutzen wollen. Nachteil: Sie bieten keinen Schatten und sehen nicht wie Ziegel aus. Kosten: ca. 25–40 € pro m².
5. Dachpfannen aus Kunststoff (PVC oder PE)
Leichte Kunststoff-Dachpfannen (ca. 8–12 kg/m²), die Ziegeloptik imitieren. Sie werden auf ein Unterdach aus Latten montiert und eignen sich für flache Dächer. Bei starkem Wind oder Hagel besteht jedoch Bruchgefahr. Kosten: etwa 15–25 € pro m².
Wer eine besonders langlebige Lösung sucht, sollte sich für Bitumen-Dachschindeln entscheiden – sie bieten das beste Verhältnis von Optik, Gewicht und Haltbarkeit. Lesen Sie dazu auch die Erfahrungen im Skanholz Carport 3×3: Test und Praxiserfahrung nach 2 Jahren.
Wie viel kostet eine alternative Dacheindeckung beim Skanholz Carport 3×3?
Die Kosten hängen stark von der gewählten Eindeckung ab. Nachfolgend eine übersichtliche Tabelle mit den typischen Preisbereichen in Euro:
| Eindeckungsart | Kosten pro m² (Material) | Gesamtkosten für 9 m² (ca.) | Haltbarkeit (Jahre) |
|---|---|---|---|
| Bitumen-Dachpappe (Standard) | 3–5 € | 30–45 € | 12–15 |
| Bitumen-Dachschindeln | 4–6 € | 36–54 € | 20–25 |
| Wellfaserzementplatten | 12–18 € | 108–162 € | 30+ |
| Polycarbonat-Stegplatten | 25–40 € | 225–360 € | 10–15 |
| Kunststoff-Dachpfannen | 15–25 € | 135–225 € | 15–20 |
Beachten Sie: Die angegebenen Preise sind reine Materialkosten. Hinzu kommen eventuell Befestigungsmaterial, Kleber oder Profilleisten. Bei Bitumen-Dachschindeln müssen Sie auch einen Untergrund mit Bitumenkleber vorbereiten – das kann die Kosten um etwa 10–20 € erhöhen.

Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Eindeckungen im Alltag?
Um die Wahl zu erleichtern, hier eine Gegenüberstellung der wichtigsten Eigenschaften:
Bitumen-Dachpappe
Vorteile: Sehr günstig, einfache Montage, gute Abdichtung bei richtiger Verlegung. Nachteile: Nicht besonders schön, kann bei starker Sonne wellig werden, nach Jahren Rissbildung.
Bitumen-Dachschindeln
Vorteile: Sieht aus wie Dachziegel, leicht, robust, gute Regenableitung, lange Haltbarkeit. Nachteile: Etwas teurer als Pappe, benötigt einen sauberen Untergrund, bei Frost kann die Klebeschicht spröde werden.
Wellfaserzementplatten
Vorteile: Sehr stabil, feuerfest, langlebig, optisch ansprechend. Nachteile: Schwerer als Bitumen, erfordert stabile Dachlatten, nicht überall im Baumarkt erhältlich.
Polycarbonat-Stegplatten
Vorteile: Sehr leicht, lichtdurchlässig, UV-beständig, einfache Montage. Nachteile: Keine Ziegeloptik, kann bei starkem Hagel splittern, vergilbt über die Jahre.
Kunststoff-Dachpfannen
Vorteile: Leicht, einfache Montage, Ziegeloptik. Nachteile: Weniger stabil als echte Ziegel, können sich bei Hitze verziehen, oft teurer als Bitumen-Schindeln.
Für die meisten Anwender ist die Bitumen-Dachschindel der beste Kompromiss – sie vereint Optik, Haltbarkeit und moderate Kosten. Wer ein Carport mit langer Lebensdauer sucht, sollte über Wellfaserzement nachdenken, muss aber die Dachlatten eventuell verstärken. Lesen Sie dazu auch die Hinweise in Skanholz Carport 3×3: Passgenauigkeit und Verarbeitungsqualität.
Wie montiere ich Bitumen-Dachschindeln auf dem Skanholz Carport 3×3?
Wenn Sie sich für Bitumen-Dachschindeln als Alternative entscheiden, ist die Montage relativ einfach. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Schritt 1 – Untergrund vorbereiten: Entfernen Sie die vorhandene Bitumenpappe (falls vorhanden). Die Dachplatten müssen sauber, trocken und fettfrei sein. Schleifen Sie grobe Unebenheiten ab.
- Schritt 2 – Grundierung: Tragen Sie eine Bitumengrundierung (Haftgrund) auf die Dachplatten auf. Lassen Sie diese mindestens 4 Stunden trocknen.
- Schritt 3 – Startreihe: Beginnen Sie am unteren Dachrand. Schneiden Sie die Schindeln an der Sollbruchstelle zu und kleben Sie sie mit Bitumenkleber fest. Die erste Reihe sollte etwa 2–3 cm über den Dachrand überstehen (Traufüberstand).
- Schritt 4 – Weitere Reihen: Die zweite Reihe setzen Sie mit einem Versatz von etwa 15 cm an (halb versetzt). Die Schindeln werden mit Kleber und zusätzlich mit Dachpappenstiften (ca. 4 Stück pro Schindel) befestigt.
- Schritt 5 – First: Zum Schluss decken Sie den Dachfirst mit speziellen Firstschindeln ab. Auch hier verwenden Sie Bitumenkleber und Nägel.
Die gesamte Montage dauert bei einem Carport von 9 m² mit zwei Personen etwa 3–4 Stunden. Beachten Sie, dass Sie bei Regen oder Temperaturen unter 5 °C nicht arbeiten sollten, da der Kleber sonst nicht richtig haftet.
Was Besitzer nach zwei Jahren sagen
Erfahrungsberichte von Carport-Besitzern zeigen ein gemischtes Bild zur Dacheindeckung. Ein Nutzer aus Bayern schreibt: „Ich habe die Standard-Bitumenpappe nach einem Jahr durch Bitumen-Dachschindeln ersetzt – sieht jetzt aus wie ein richtiges Dach und hält seit drei Jahren dicht.“ Ein anderer Besitzer aus NRW berichtet: „Die mitgelieferte Pappe war nach zwei Jahren undicht an einer Naht – ich habe dann Wellfaserzementplatten montiert, seither Ruhe. Aber die Dachlatten musste ich verstärken, weil die Platten schwerer sind.“
Ein drittes Feedback aus dem Rheinland: „Polycarbonat-Stegplatten sind super für mein kleines Carport, weil es dann hell bleibt – aber bei Starkregen ist es laut und die Optik ist nicht jedermanns Sache.“
Diese Stimmen zeigen: Die Wahl der Eindeckung hängt stark von Klima, Ästhetik und Budget ab. Wer Wert auf ein zeitloses Aussehen legt, greift zu Bitumen-Schindeln; wer Langlebigkeit über alles stellt, sollte Wellfaserzement in Betracht ziehen.
Häufig gestellte Fragen zur Dacheindeckung des Skanholz Carport 3×3
- 1. Kann ich das Carport nachträglich mit echten Dachziegeln eindecken?
- Nein, das ist ohne statische Verstärkung nicht möglich. Die Standardkonstruktion ist für Bitumen-Dachpappe ausgelegt, nicht für das zusätzliche Gewicht von Ziegeln (ca. 50–80 kg/m²). Eine Verstärkung durch dickere Sparren und mehr Pfetten wäre nötig – das ist aufwendig und teuer.
- 2. Welche Dachneigung hat das Skanholz Carport 3×3?
- Die Dachneigung beträgt etwa 10° bis 15°, je nach Ausführung. Das ist relativ flach. Bitumen-Dachpappe und Dachschindeln sind für diese Neigung geeignet, Ziegel benötigen mindestens 22°.
- 3. Wie lange hält Bitumen-Dachpappe im Schnitt?
- Bei guter Verlegung und regelmäßiger Pflege etwa 12–15 Jahre. Danach können Risse oder Blasen auftreten. Ein Austausch ist dann ratsam.
- 4. Muss ich die Dacheindeckung beim Carport genehmigen lassen?
- In der Regel nicht, solange Sie die statische Last nicht überschreiten. Aber erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde – insbesondere bei orangefarbenen oder roten Dachziegeln können Gestaltungssatzungen greifen. Lesen Sie dazu auch den Artikel Skanholz Carport 3×3: Baugenehmigung in NRW – was beachten?
- 5. Kann ich die Dacheindeckung selbst machen?
- Ja, Bitumen-Dachpappe und -Schindeln lassen sich von handwerklich begabten Personen selbst verlegen. Bei Wellfaserzement oder Kunststoffpfannen ist etwas mehr Erfahrung nötig. Eine Bauanleitung für das Fundament finden Sie in Skanholz Carport 3×3: Fundament mit Fertigbeton – Bauanleitung.
- 6. Was kostet eine professionelle Eindeckung mit Bitumen-Dachschindeln?
- Ein Dachdecker verlangt je nach Region 40–70 € pro Stunde plus Material. Für ein 9-m²-Carport sind etwa 4–6 Stunden Arbeit nötig, plus Material (ca. 50 €). Gesamtkosten also etwa 250–500 €.




